Übersetzung der Urkunde von 1102:

 

Eberhardus von Mezzingen schenkt dem Kloster Allerheiligen in Schaffhausen/Schweiz sein Dorf Bleichstetten auf der Alb samt dessen ganzer Markung, am 6. April 1102.

„Im Namen Gottes: Ich Eberhardus von MeZZingen - Gottes Wort vertrauend, das verheißt, wer gibt, dem wird gegeben, darüber hinaus der gegenwärtigen Unsicherheit misstrauend, die Ungewissheit meines Ablebens bedenkend und verlangend nach dem Gewinn der Ewigkeit - übergebe aus der Hand meiner Frau Richinza "' und mit Unterstützung meines Sohnes Eberhard und auch mit der meines Sohnes Berthold, dem Kloster des Heiligen Erlösers und aller Heiligen im Dorf Schaflzausen, wo der Ehrwürdige Abt Adelbert, mein Sohn, gerade der Gemeinschaft in Gottes Sache vorsteht, alles, was ich bis heute in dem Dorf auf der Alb, welches Bleichstetten genannt wird, zu eigen besitze. Das sind: Ländereien, samt Häusern, Eigenleute, die dazu gehö­ren, Acker, Hofreiten, Wiesen, Weiden, Wälder, Wasser und Wasserstellen, wo sie auch vorkommen, besuchtes und unbesuchtes, weggegebenes und wiederbeschafftes, bebautes und unbebautes, wo sie auch gelegen seien und gesucht werden müssen und wie sie auch genannt werden mögen.

Alles das übergebe und übertrage ich ganz und gar aus meinem Recht und aus meiner Hoheit, mit Zustimmung meiner Kinder in das Recht und in die Hoheit des genannten Klosters, für meine und meines Sohnes Eberhards Seele und für die Seelen aller meiner Kinder und meiner Vorfahren, auch der meiner Brüder und aller verstor­benen Gläubigen. Sollte aber geschehen, was ich nicht glaube und was Gott verhüten möge, dass ich selbst, oder andere Personen, sich wider diese Obereignung entgegenstellen und sie zu vereiteln suchen, oder sie gar zerschla­gen wollen, so sollen solche Machenschaften ungültig sein und diese obendrein zur Bezahlung von einer Strafe gezwungen werden, die in dieser Urkunde festgehalten ist. Dies sind 5 Unzen Gold und ebensoviel Pfund Silber. Die gegenwärtige Übergabeurkunde aber soll für alle Zeiten gültig sein und unerschütterlich verbleiben und die mündliche Vereinbarung unterstützen.

Geschehen imJahre nach der Fleischwerdung des Herrn 1102, in der 10. Steuerperiode, im Monat April, am 8. Iden desselben Monats (6. April), einem Sonntag, im 15. Mond, vor dem Kloster des Heiligen Erlösers, im Beisein des Bischofs Gebhard""" und des Abts Adelbert -3 und vieler glaubwürdiger Zeugen, die alle mit Namen und Siegel unten geschrieben stehen.

Das Siegel Eberhards und seines Sohnes Eberhard von Metzingen, das sie an dieser Urkunde befestigten, das SiegelMangolds, Graf von Altshausen (im Oberland), S.(iegel) Theodors von Nellenburg"4, S Werners von Kirchheim (bei Ehingen/Don.), S Heinrichs von Witilsperc (Witlisberg, abgegangen bei Höhenschwand/ Schwarzwald), S. Traudweins von Immendingen (/Donau), S Reginhards von Michilnstein (Burg Michel­stein bei Spaichingen/Ostalb), S. Magenfrieds von Orsingen (Ursingen bei Stockach), S. Bertholds von Witilnkofen (Wittlekofen bei Bonndorf), S. Markwards von Speichingen (Spaichingen), S Adelberts von Werinswilari (Wirnsweiler bei Saulgau), S. Wolfrads von Totinhoven (Tautenhofen bei Leutkirch).

Ich also Markzvard, ein unwürdiger Priester und Mönch des Heiligen Erlösers, habe auf Erbitten dies ge­schrieben und mit meiner Unterschriftgesegnet- "

*1 demnach ist Eberhard von Metzingen über seine Frau Richinza zu diesem „Unruochinger" Besitz auf der Alb samt der Hälfte von Metzingen gekommen.

*2 Bischof Gebhard stand damals dem Bistum Konstanz vor.

*3 Abt Adelbert war der Sohn des Urkundengebers Eberhard von Metzingen und seit 1099 Abt des Klosters Allerheiligen. *4 die Grafen von Nellenburg hatten 1050 dieses Kloster gegründet.

 

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