Andreaskirche Würtingen

Seit 1275 ist eine Andreaskirche in Würtingen bezeugt, die auf dem Platz der heutigen Kirche stand. Über das Aussehen der Kirche in dieser Zeit weiß man nichts. Das heutige Kirchenschiff wurde 1753 neu gebaut und 1754 fertig gestellt.Der älteste Teil der Andreaskirche ist der romanische Chorturm. Romanisch sind die rundbogigen Blendnischen in der Süd- und Nordwand. Die Sakristeitür und der an der Südseite angebrachte „Andreasstein“ sind gotisch. Die älteste Glocke der Andreaskirche, die Taufglocke, stammt aus dem 14.Jahrhundert und trägt die Namen der vier Evangelisten. In den Taufstein, den Löwenköpfe zieren, ist als Datum der 13.Mai 1534 eingemeißelt. Dieses Datum bezeichnet den Beginn der Reformation in Württemberg, die dem Reformator Ambrosius Blarer übertragen wurde. Der Stein stammt aus der Steinmetzwerkstätte Joseph Schmids und Christophs von Urach. Das Kruzifix des Altars ist eine bemerkenswerte Arbeit aus einer Ulmer Bildschnitzerwerkstatt der Gotik. Die Kanzel stammt aus dem Jahr 1754 und wurde im Zuge der Restauration der barocken Malereien ebenfalls restauriert. In die Zeit nach dem 30-jährigen Krieg fällt die Entstehung der Emporebilder, die aus dem vorherigen Kirchengebäude „gerettet“ und in der „neuen“ Kirche ihren Platz fanden. Die barocken Malereien, die heute die Andreaskirche schmücken, wurden bei Renovierungsarbeiten im Jahre 1990 „wiederentdeckt“ und in den Jahren 1992 bis 1995 freigelegt und restauriert. Das Landesdenkmalamt beurteilt das Ergebnis der Restauration mit den Worten:

„...eine Einmaligkeit in ganz Schwaben und der einzigste Raum, der in einer solchen Vollkommenheit und Fülle und darüber hinaus einer besonders guten Qualität derartige Ausmalungen aus der Zeit des 18.Jahrhunderts besitzt.“  

Der Kruzifixus mit spätgotischem Corpus, der Taufstein aus der Frührenaissance und die Brüstungsbilder stammen noch aus der Vorgängerkirche.